Haselbach

Haselbach liegt 12 km südwestlich von Landeshut an der früheren Eisenbahnstrecke Landeshut-Schmiedeberg.

von links nach rechts: kath. Kirche, ev. Kirche, ev. Pfarrhaus

Die frühere evangelische Kirche

Evangelische Kirche - Blick zum Altar und zur Orgel

Das Altarbild in der ev. Kirche

Blick auf die Porzellanfabrik in Haselbach

Im Jahre 1892 gründete die Porzellanfabrik Gebr. Pohl aus Ober-Schmiedeberg in Haselbach eine Zweigstelle. Nach dem Anschluss von Schmiedeberg an das Eisenbahnnetz nahm die Fabrik einen sehr raschen Aufschwung. Neue Produkte wurden in die Fertigung aufgenommen, z. B. Porzellanknöpfe aller Größen, Schraubenknöpfe, Schubladenknöpfe, Flaschenverschlussknöpfe sowie Porzellanringe und -quasten. Aus diesem Grund wurde die Fabrik im Volksmund auch die “Knöppel-Fabrik” genannt.

Die Schulgeschichte

Laut Chronik wurde im Jahr 1593 gleichzeitig mit dem Bau der Kirche auch ein Schulhaus errichtet. Da die Kirche aber am 6. Februar 1654 den evangelischen Bewohnern weggenommen und den katholischen Gläubigen übereignet wurde, war auch die evangelische Schule den Bewohnern nicht mehr zugänglich. Mit der Gründung der evangelischen Gemeinde im Jahr 1742 sollte nun auch der regelmäßige Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Ab 1742 wurde der Unterricht in einem gemieteten Haus abgehalten. 1746 bemühte sich die Gemeinde um Rückgabe des früher evangelischen, nun aber katholischen Schulhauses, da der katholische Lehrer verstorben und kein katholisches Schulkind vorhanden war. Im Jahr 1749 erwarb die Gemeinde das dem damaligen Erb- und Gerichts-Schulzen Christian Pohl gehörende Haus und gestaltete es zum Schulgebäude um. Das Schulhaus diente gleichzeitig auch als Lehrerwohnung. Im Laufe der Jahre wurde dieses Gebäude jedoch zu klein, so dass 1792 gegenüber dem alten Gebäude der Grundstein für eine neue Schule gelegt wurde. 1794 fand die feierliche Einweihung statt. Aber auch dieses Gebäude wurde im Laufe der Jahrzehnte den Anforderungen nicht mehr gerecht, und so wurde 1913 erneut ein neues Schulhaus errichtet, das sich auch heute noch in der Nähe der Kirche und direkt gegenüber dem früheren Gerichtskretscham befindet.

grüner Kreis = evangelische Schule, blauer Kreis = katholische Schule

Die katholische Schule

Die alte katholische Schule stand an derselben Stelle wie das neue Schulgebäude, das 1902 eingeweiht wurde. Die Auflösung der katholischen Schule erfolgte im Jahr 1934, so dass die Kinder beider Konfessionen danach in der evangelischen Schule unterrichtet wurden.

Die Geschichte des Gerichtskretschams

Die Haselbacher Scholtisei, später Gerichtskretscham genannt, wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach die Besitzer. Das Vorhandensein eines Scholzen wird erstmals im Jahre 1400 urkundlich erwähnt. Nachweislich war die Scholtisei in Ober-Haselbach fast 2 Jahrhunderte im Besitz der Familie Pohl (Anfang 1600 – 1837). Der nächste bekannte Scholtiseibesitzer  war Johann Carl Finger. Dieser veräußerte die Scholtisei am 29.09.1840 zu gleichen Teilen an den Rittergutsbesitzer Mendel Samuel Berliner aus Zülz und Joseph Heptner. Während Mendel Samuel Berliner weiterhin in Zülz lebte, führte Joseph Heptner die Scholtisei. Im Jahre 1843 erwarb Mendel Samuel Berliner für 153.000 Taler das Gut Gröbnig, Kreis Leobschütz. Dieser Umstand führte wahrscheinlich dazu, dass zwischen Juni und August 1843 zunächst große Teile der Scholtisei veräußert wurden und im September 1843 weitere Teile. Nach dem Verkauf bestand nur noch eine Restscholtisei. Dies ergibt sich auch aus den Urkunden, in denen die späteren Besitzer als Restscholtiseibesitzer und später als Gerichtskretschambesitzer genannt werden.

Am 02.09.1843 wurde die Restscholtisei zum Preis von 7.500 Taler an den Kaufmann Heinrich Gustav Hülse aus Schmiedeberg verkauft. Die nächsten Besitzer waren ab 11.02.1845 der Kaufmann Heinrich Christoph Kluge aus Salzbrunn und ab 1846 August Hübner. Von 1860 bis zum Jahre 1873 war der gebürtige Haselbacher Karl Gottlieb Scholz Restscholtiseibesitzer. Auf ihn folgten 1873 Friedrich August Kluge, 1876 Friedrich Burghardt und 1878 Ernst Gottfried Müssiger. Danach erwarb Karl Gottlieb Scholz die Scholtisei zurück und übergab sie im Jahre 1887 an seinen Schwiegersohn Gustav Rummler. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Pauline, geb. Scholz, betrieb der gebürtige Reußendorfer Gustav Rummler den Haselbacher Gerichtskretscham bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahre 1904.

Der Gerichtskretscham um 1900 (vor dem Saalanbau)

Der Saalanbau

Nach dem Tod ihres Ehemannes übernahm Pauline Rummler das Regiment. Um 1910 ließ sie den Kretscham umbauen, modernisieren und einen großen Saal anbauen.

In der Gaststube des Gerichtskretschams - Pauline Rummler mit ihrer ältesten Tochter Martha Stumpe, geb. Rummler (von links)

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gerichtskretscham mit Saalanbau

Diese Karte wurde von Herrn Piotr Hejmej, Leszczyniec (Haselbach), zur Verfügung gestellt.

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Der Gerichtskretscham

Der Gerichtskretscham

Während der Zeit vom 1. 10.1930 – 1935 war der Gerichtskretscham an Pauline Rummlers zweitälteste Tochter Selma, verh. Gottstein, verpachtet.

Feriengäste vor dem Gerichtskretscham (Aufnahme: ca. 1930)

Ab 1935 – 1945 war der Kretscham im Besitz der Eheleute Hermann Oley und Ehefrau Klara.

Gasthof "Goldener Frieden" (Besitzer: Franz Rüttimann, später Paul Wohlfahrt und danach Heinrich Schröer)

Haus Nr. 7 - Familien Kahl und Peter

Haus, Nr. 11 - Familie Hermann Drescher

Haus, Nr. 16 - Familie Scholz

Haus, Nr. 19 - Haus "Heimkehr" - Frau Zuchold mit ihrem Bruder

In diesem Haus lebte der Dichter und Schriftsteller Prof. Dr. phil. Hans Zuchold (1876 – 1953), Oberstudiendirektor i. R.. Nach dem Tod seiner Ehefrau wählte er 1938 Haselbach als Ruhestandssitz. Er wohnte bei seiner Cousine, der pensionierten Lehrerin Käthe Figowski, die ihr Haus am Berghang von der benachbarten Fabrikantenfamilie Deuner erworben hatte. Am 08.05.1945 heirateten Käthe Figowski und Prof. Dr. Zuchold zunächst standesamtlich, die kirchliche Trauung fand zwei Tage später in der ev. Kirche von Haselbach statt.

Im Garten des Hauses "Marienhof" (Haus Nr. 21)

Dieses Haus war die frühere Villa der Fabrikantenfamilie Gustav Deuner. Ca. 1930 wurde sie an die verwitwete Frau Marie von Schröter verkauft.

Haus Nr. 24 (Rückseite) - Familie Finke

Haus, Nr. 27 - Stammhaus der Familie Pohl (1912)

Im Jahre 1935 wurde das Fachwerkhaus des Bauerngutes Pohl zum Teil abgerissen, nur die Stallungen und Teile des Erdgeschosses blieben erhalten.

Haus Nr. 27 nach dem Umbau (1937) - im Hintergrund ist das Haus der Familie Scholz (Nr. 16) zu erkennen.

Blick auf das Bauerngut Pohl (1940) - Wohnhaus und Scheune

Haus, Nr. 42 - Familie Bayer/Lorenz (re. im Bild), im Hintergrund links: die ev. Schule, davor das Wohnhaus von Kantor Worbs.

Haus Nr. 47 - Familie Bettermann

Haus Nr. 50 - Familie Sagasser

Haus, Nr. 56 - Familie Wilhelm Drescher

Haus Nr. 63 - Warenhandlung Wilhelm Kluge

Haus, Nr. 68 - Familie Tschersich

Haus Nr. 72 - Kolonialwarenhandlung August Kaspar

Haus, Nr. 84 - Familie Julius Drescher

Haus, Nr. 123 - Familie Fritz Lehmer

In diesem Haus betrieb Gustav Berg einen kleinen Kolonialwarenladen.

Haus, Nr. 128 - Familie Krause

Haus Nr. 129 - Haus des Zimmermeisters Heinrich Scholz

Haus, Nr. 130 - Familie Gottstein

Die folgenden Bilder zeigen das Alltagsleben in diesem Riesengebirgsdorf.

Bauern bei der Feldarbeit

Dieser Bulle brachte über 20 Zentner auf die Waage

Das 25-jährige Stiftungsfest der freiwilligen Feuerwehr wurde am 04. August 1929 im Gerichtskretscham in Haselbach gefeiert.

 Die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Haselbach

Der Haselbacher Fahrradverein

Die Haselbacher Theatergruppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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