Pfaffendorf

Pfaffendorf liegt 8 km südwestlich von Landeshut. Am 01.10.1928 wurden die Dörfer Eventhal und Moritzfelde eingemeindet. Die drei folgenden Bilder zeigen den Ort mit den Namen der Hausbesitzer und den jeweiligen Hausnummern.

Pfaffendorf - Bahnhof

Hotel und Gasthof "Graf Moltke"

Gast- und Logierhaus "Brauerei"

In der Mitte der Karte das alte Gebäude der Brauerei

Die Rittergutsbesitzerin Frau Kammerherr von Heinen ließ an Stelle der früheren “Herrschaftlichen Brauerei”, deren Lokalitäten und Bauzustand der Neuzeit nicht mehr entsprachen, im Jahre 1908 einen Neubau errichten. Die Bearbeitung des Entwurfs (s. obiges Bild) wurde dem Maurermeister August Welz aus Landeshut übertragen, welchem dann auch die gesamte Bauausführung übergeben wurde. Am 1. März 1908 wurde mit dem Abbruch des alten Gebäudes begonnen und am 1. Oktober 1908 wurde das neue Gebäude fertiggestellt. Im Kellergeschoss waren die Wirtschafts- und Lagerkeller sowie eine Badestube und eine Waschküche untergebracht. Im Erdgeschoss befanden sich zwei Gastzimmer, Küche und ein großer Saal mit Bühne. Im Ober- und Dachgeschoss lagen die Wohnung des Wirtes sowie Fremdenzimmer. Inhaber der Brauerei waren Friedrich Pohl und später Erich Tschiche.

Logierhaus und Gasthof "Brauerei"

Pfaffendorf - Eventhal, Gasthof "Zur Linde"

Haus, Nr. 2 - Familie Albert Menzel

Haus, Nr. 48 - Familie Heinrich Kühn (Aufnahme: ca. 1930)

Haus, Nr. 48 - Familie Heinrich Kühn (Aufnahme: ca. 1930)

Haus, Nr. 49 - Familie Max Oberlack

Haus, Nr. 60 - Familie Wilhelm Friebe

Haus, Nr. 62 - Familie Gustav Schubert (Aufnahme: ca. 1910)

 Das Haus Nr. 62 wurde nach 1925 von der Familie Gustav Hämpel erworben.

Haus Nr. 63 - Besitzer: Georg Bittner, später Georg Emmeluth, nach 1938 Tischlerei Feifar

Haus, Nr. 70 - Familie Kühn

 In diesem Haus befand sich das Kolonialwarengeschäft der Familie Kühn.

Haus, Nr. 80 - Villa Bittner

Bei diesem Haus handelt es sich um die Villa des früheren Fabrikbesitzers Karl Bittner. Nach 1938 wurde dieses Haus von dem Tischlermeister Richard Eckert erworben.

Haus, Nr. 81 - Familie Gustav Drescher

Während einer Geschäftsreise besuchte der Müllermeister Riedel aus Rudelstadt den Bäckereibesitzer Gustav Drescher.  Neben seinen Aufgaben als Landwirt und Bäckereibesitzer war Gustav Drescher (2. von rechts) 17 Jahre als Standesbeamter in Pfaffendorf  tätig. Das Standesamt war im Wohnhaus untergebracht.

Haus, Nr. 86 - Familie Alfred Hämpel

Pfaffendorf - Moritzfelde, Haus, Nr. 140 - Paul Winkler

Paul Winkler war in Pfaffendorf viele Jahre als Nachtwächter fest angestellt. Zu seinen Utensilien gehörten Spieß, Kuhhorn, Laterne und Pfeife sowie im Winter Pelz und Mütze. Begleitet wurde er von seinem treuen Hund. Die Zeitstunden wurden auf einer Pfeife bekundet. Um Mitternacht ertönte sein Spruch: “Ihr lieben Leute lasst`s euch sagen, die Uhr hat eben 12 geschlagen, bewahrt das Feuer und das Licht, dass nie ein Unglück euch betrifft”.

Die evangelischen Schulen

Haus Nr. 45 - das erste Schulgebäude

Das erste Schulgebäude wurde mit großzügiger Unterstützung des damaligen Grundherren von Seydlitz Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Im Laufe der Jahre erfolgten mehrfache Renovierungen und Umbauten, z. B. in den Jahren 1823 und 1882. Die Lehrerwohnung wurde 1882 massiv umgebaut und vergrößert; sie erhielt einen Keller und eine Küche. Die Kosten betrugen damals 2.102 Mark. 1889 wurde für 1.000 Mark das Schulgebäude mit Schiefer gedeckt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde aber über einen Neubau nachgedacht, da die Schulstube viel zu klein war und ein ordnungsgemäßer Unterricht nicht mehr gewährleistet werden konnte. Eine Schulklasse umfasste ca. 70 – 80 Kinder.

Es sollten aber noch 24 Jahre vergehen, bis im Jahr 1913 ein neues Schulhaus gebaut wurde. Dieser Schulbau war aber mit ganz erheblichem Ärger im Vorfeld verbunden. Frau von Heinen, Besitzerin des Pfaffendorfer Dominiums, wollte einen Bauplatz an der Hauptstraße im Unterdorf zur Verfügung stellen. Dieser Plan stieß aber auf großen Widerstand bei den Bauern von Ober-Pfaffendorf. Sie waren dagegen, dass ihre Kinder im Unterdorf zur Schule gehen sollten. Um das Vorhaben rückgängig zu machen, wurden sie bei dem Regierungspräsidenten in Liegnitz vorstellig, allerdings ohne Erfolg. Daraufhin trugen sie ihre Bedenken Frau von Heinen vor, diesmal mit Erfolg. Es wurde ein neuer Bauplatz gesucht, und die Schule konnte endlich gebaut werden, allerdings nur für eine Schulklasse. Den Bau einer Zweiklassen-Schule genehmigte der Regierungspräsident in Liegnitz zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Nach Fertigstellung der neuen Schule  wurden die Räume im bisherigen Schulgebäude als Wohnungen vermietet.

Das im Jahre 1913 eingeweihte Schulgebäude (die sog. "Buchert-Schule")

Im Jahr 1937 wurde ein neues Schulgebäude für zwei Schulklassen errichtet. Zur besseren Unterscheidung erhielt das bisherige Schulhaus nunmehr den Namen “Die Buchert-Schule”, benannt nach dem damals als Lehrer tätigen Alfred Buchert. Auf dieses neue Schulgebäude war die Bevölkerung sehr stolz. In dem Neubau befanden sich das Konferenzzimmer, eine modern eingerichtete Lehrküche sowie eine Badeeinrichtung.

Das neue Schulgebäude in Pfaffendorf (Aufnahme: ca. 1937)

Zum Schulbezirk der Eventhaler Schule gehörten die beiden Gemeinden Eventhal und Moritzfelde. Bis zum Jahre 1749 besuchten die Kinder dieser beiden Orte die Schule im Nachbarort Schreibendorf. Da der Schulweg jedoch sehr weit war, durften die Eventhaler und Moritzfelder Kinder ab diesem Zeitpunkt bis zum Jahre 1772 die wesentlich näher liegende Schule in Pfaffendorf besuchen. Danach wurde in Eventhal eine Stube gemietet, die als Schulzimmer diente.

Das Eventhaler Schulgebäude

Erst im Jahre 1785 konnte die Gemeinde Eventhal ein eigenes Schulgebäude erwerben. Aber auch dieses Haus entsprach im Laufe der Jahre nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, die an eine moderne Schule gestellt wurden. Die Gemeinde sah sich daher gezwungen, 1878 ein neues Schulgebäude zu errichten, welches direkt neben dem alten Haus gebaut wurde. Die Baukosten übernahm zum größten Teil die Königliche Regierung, welche 6.300 Mark zur Unterstützung der armen Gemeinde bewilligte. 945 Mark wurden durch den Verkauf des alten Schulhauses erzielt. Nach der Errichtung des neuen Zweiklassen-Schulgebäudes in Pfaffendorf erfolgte 1938 die Auflösung der Eventhaler Schule.

Schülerinnen und Schüler der Eventhaler Schule mit ihrem Lehrer Helmut Stark (Aufnahme: 1930)

Das Schloss

 Nachfolgend einige Bilder aus dem Alltagsleben:

Briefträger bei der Arbeit


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