Die Kirchen

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul ist das älteste Bauwerk in Landeshut. Sie wurde 1294 von dem Piastenherzog Bolko I. erbaut. Während des Überfalls der Hussiten auf die Stadt im Jahre 1426 ging das Holzdach der Kirche in Flammen auf. Der Wiederaufbau der stark zerstörten Kirche erfolgte zwischen 1427 – 1436.  Während der Reformationszeit diente sie zwischen 1562 – 1629 und 1634 – 1637 den Protestanten als Gotteshaus. Im Jahre 1885 erfolgte eine Restaurierung im Stil der Neugotik. Kanzel und Orgelempore sind Barock.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul - Der Eingang

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul - Blick zur Orgel

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul - Blick zur Orgel

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul - Blick zum Hochaltar

Die ehemalige evangelische Gnadenkirche zur “Heiligen Dreifaltigkeit vor Landeshut”

Die Gnadenkirche "Zur heiligen Dreifaltigkeit vor Landeshut"

Diese Kirche wurde als eine der sechs Gnadenkirchen gebaut, die nach dem Durchführungsprotokoll für die Altranstädter Konvention von 1707 in Schlesien als Neubauten erlaubt worden waren. Der Schwedenkönig Karl XII. (1697 – 1718) hatte von der katastrophalen Lage der Evangelischen in Schlesien erfahren und war an die Verantwortung erinnert worden, die Schweden im westfälischen Frieden 1648 als Schutzmacht der Protestanten übernommen hatte. Karl XII. hat daraufhin von Altranstädt bei Leipzig aus seine politische Position genutzt und in zähen Verhandlungen mit dem Habsburger Kaiser Joseph II. (1705 – 1711) das Lebensrecht und die Glaubensfreiheit der Evangelischen in Schlesien gesichert, für die Rückgabe von etwa 125 in der Gegenreformation genommenen Kirchen gesorgt und sich auch für den Neubau der sechs Gnadenkirchen eingesetzt.

Der Gnadenstab mit der Überschrift: Gloriosa Caesaris Josephi Libertas (Ehrenvolle Erlaubnis des Kaisers Joseph)

Sofort nach Bekanntwerden des Abschlusses der Konvention beantragte man in Landeshut am 02.11.1707 bei der kaiserlichen Kommission in Breslau “eine eigene Kirche” und wiederholte im Laufe des folgenden Jahres diesen Antrag oft. Am 11.12.1708 beschloss man, direkt in Wien vorstellig zu werden. Nach Zahlung eines Betrages in Höhe von 50.000 Gulden wurde schließlich die Genehmigung erteilt. Als die evangelischen Landeshuter am 27.02.1709 von der offiziellen Baugenehmigung erfuhren, war die Freude sehr groß. Die Emissäre des Kaisers, die Grafen Schaffgotsch und Zinzendorf, überbrachten am 25. April als Zeichen der Erlaubnis den Gnadenstab des Kaisers und markierten damit auf dem Kirchberg den Bauplatz.

Mit dem Bau der Kirche wurde der aus Reval gebürtige Liegnitzer Architekt Martin Frantz beauftragt. Am 5. Juni 1709, es war ein Pfingstsonntag, fand die Grundsteinlegung statt. Im Jahre 1720 wurde sie nach 10jähriger Bauzeit eingeweiht. In den folgenden Jahren wurden Kanzel, Altar und Orgel eingebaut. Viele Spender haben dafür gesorgt, dass sie barock und reich ausgestattet wurde.

Inschrift am Turmportal der Gnadenkirche

Einer der größten Wohltäter der Gnadenkirche war Elias von Beuchel. Zum Dank dafür erhielt er eine eigene Loge, an deren Rückseite später sein Epitaph eingefügt wurde. Sein Name wurde am Turmportal der Kirche angebracht. Er wurde im Mittelgang der Kirche begraben, nicht weit vom Altar. Seine Initialen “EvB”, aus Messing gefertigt und in den Stein eingefügt, bezeichnen die Stelle, an der sein Leichnam ruht.

Gnadenkirche - Blick zur berühmten Menzel-Orgel

Gnadenkirche - Blick zum Altar

Gnadenkirche - Blick zum Altar

Mit dem Bau der Gnadenkirche entstand auch der sog. “Vatikan”, das Gelände am Nordhang des Kirchberges, das der evangelischen Gemeinde gehörte. Es war ein geschlossenes, von einer Mauer umgebenes Terrain. Kam man von der Kirchstraße, dann durchschritt man ein Tor, das zu beiden Seiten von den “Torhäusern” flankiert wurde. Oberglöckner und Küster bewohnten sie.

Der Eingang zum Landeshuter "Vatikan", rechts die ev. Mittelschule

Im Jahre 1709 begann auch der Bau der Pfarrhäuser, damals “Prediger-Häuser” genannt. 1716 wurden sie bezogen und beherbergten vier Pfarrer mit Familien. Als später nur noch drei Pfarrer tätig waren, wurde die erste Wohnung zum Pfarrwitwenhaus bestimmt. Diese historisch wertvollen Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz standen, sind heute nicht mehr vorhanden.

Die Pfarrhäuser der Gnadenkirche

Die Pfarrhäuser der Gnadenkirche mit dem Realgymnasium

Gedenkstein auf dem ehemaligen ev. Friedhof

Ebenfalls im Jahre 1709 wurde der evangelische Friedhof angelegt. Die Inschrift auf dem am 14. September 2004 eingeweihten Gedenkstein erinnert daran, dass der jetzige Stadtpark einst evangelischer Friedhof war.

 

 

 

 

 

Nach der Ausweisung des letzten deutschen evangelischen Lektors Walter Fuchs diente die Gnadenkirche lange Zeit als Lagerhalle. Bereits 1952 waren die wertvolle Orgel des Breslauer Orgelbauers Ignatius Menzel, die Symbolgestalten des Altars und sein großes Kreuz ausgebaut und in der Warschauer Garnison-Kirche installiert worden. Die Kanzel war und bleibt verschwunden. Schließlich übernahm die polnische katholische Gemeinde 1966 das Kirchengebäude. Sie wurde zur Kirche der Rosenkranzmadonna.

 

 

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