2010 bis heute

 

37. Landeshuter Kreisheimattreffen am 11. und 12. September 2010

2010 - Titelseite des Programms des 37. Landeshuter Kreisheimattreffens.

Mit insgesamt etwa 100 Heimatfreunden, die sich zum diesjährigen Landeshuter Heimattreffen in der Patenstadt Wolfenbüttel versammelten, war die Kommisse am Sonntag recht gut gefüllt.

2010 - Kranzniederlegung am Landeshuter Ehrenmal.

Am Sonnabend allerdings fanden sich nur gut 20 Besucher am Landeshuter Platz zum Totengedenken und zu den Kranzniederlegungen am Landeshuter Denkmal ein. Für die Stadt Wolfenbüttel war der stellvertretende Bürgermeister Hans-Rainer Bosse erschienen und für den Landkreis Wolfenbüttel der stellvertretende Landrat Rainer Hasselmann. Ebenfalls anwesend war der Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen in Wolfenbüttel Wolfgang Gehrke. Die Zeremonie begann mit der Melodie „Ich hatt‘ einen Kameraden“, gespielt auf der Trompete von Wolfgang Hartwich, Wolfenbüttel.  Der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus sprach danach das Totengedenken. Anschließend legten die Vertreter von Stadt und Kreis Wolfenbüttel und des Arbeitskreises Landeshut zu Ehren der Toten am Ehrenmal Kränze nieder.

2010 - Der stellvertr. Bürgermeister Hans-Rainer Bosse, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus und der stellvertr. Landrat Rainer Hasselmann am Landeshuter Ehrenmal (von links).

Danach trafen sich die wenigen bereits angereisten Heimatfreunde im Hotel Kronprinz. Gegen Abend bestand dann die Möglichkeit der Teilnahme an der Vorabendmesse der katholischen Pfarrgemeinde St. Petrus, zu der Pfarrer und Konsistorialrat i. R. Wolfgang Gottstein, Stuttgart, einlud.

Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Petrus-Kirche, an dem auch die örtliche katholische Kirchengemeinde teilnahm. Die Predigt hielt Pfarrer Dawid Mendrok von der ev. St. Christophorigemeinde in Breslau. Die Liturgie lag in den Händen von Dirk Metzig, Diplomtheologe. Die Lesungen übernahmen Hella Moritz, Wolfgang Gottstein, Ekkehart Haacke und Karl-Heinz Wehner.

2010 - Hans Hanisch und Waltraut Wehner nehmen die Teilnehmer in der Kommisse in Empfang.

2010 - Karl-Heinz Wehner stimmt das Riesengebirgslied an.

2010 - Am Gästetisch: Wolfgang Gehrke, Vorsitzender des BdV Wolfenbüttel, Rainer Hasselmann, stellvertr. Landrat, Wolfgang Kraus, Vorsitzender des Arbeitskreises Landeshut, Manfred Richter, SKSG und Hans-Rainer Bosse, stellvertr. Bürgermeister (von links), Hella Moritz (im Hintergrund rechts).

2010 - Der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus eröffnet das diesjährige Kreisheimattreffen.

Die anschließende Feierstunde in der Kommisse begann mit dem gemeinsamen Singen des Riesengebirgsliedes, das Karl-Heinz Wehner anstimmte. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus eröffnete offiziell das diesjährige Kreisheimattreffen und begrüßte dann als Gäste den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel Hans-Rainer Bosse und den stellvertretenden Landrat des Kreises Wolfenbüttel Rainer Hasselmann. Kraus wies in seiner Begrüßung besonders darauf hin, dass die Jahrzehnte lange Unterstützung durch Stadt und Kreis Wolfenbüttel sich bis heute fortsetze. Dieses Engagement war entscheidend für die verhältnismäßig problemlose Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im Braunschweiger Land in den Nachkriegsjahren.

2010 - Hans-Rainer Bosse, stellvertr. Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel.

2010 - Pfarrer Dawid Mendrok, ev. St. Christophorigemeinde Breslau.

Weiterhin begrüßte Kraus den Vorsitzenden des BdV-Kreisverbands Wolfenbüttel Wolfgang Gehrke, den Kulturreferenten des Schlesischen Kreis-, Städte- und Gemeindetages (SKSG) Manfred Richter, ein gebürtiger Gottesberger und besonders den Pfarrer der evangelischen St. Christophorigemeinde in Breslau Dawid Mendrok, der zuvor im ökumenischen Gottesdienst in der St. Petrus-Kirche eine eindrucksvolle Predigt gehalten hatte. Danach erfolgten die Grußworte der angesprochenen Gäste.

Seit geraumer Zeit machten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Landeshut intensiv Gedanken über die Zukunft des Landeshuter Kreisheimattreffens, zu dem immer weniger Menschen anreisen. So wollte man versuchen, neue Impulse zu setzen für einen möglichst langen Fortbestand dieser alle zwei Jahre in der Patenstadt Wolfenbüttel stattfindenden Heimattreffen. Der Arbeitskreis Landeshut hatte sich aus diesem Grunde für eine Podiumsdiskussion ausgesprochen, die zum Thema hatte: „Die Zukunft der Heimattreffen“. Die Einführung dazu übernahm Wolfgang Kraus. An der Diskussion nahmen teil Dirk Metzig, Hella Moritz und Karl-Heinz Wehner vom Arbeitskreis Landeshut sowie Manfred Richter vom SKSG und Pfarrer Dawid Mendrok. Die Gesprächsleitung hatte Ekkehart Haacke.

2010 - Podiumsdiskussion zum Thema "Die Zukunft der Heimattreffen". Teilnehmer sind Pfarrer Dawid Mendrok, Dirk Metzig, Manfred Richter, Ekkehart Haacke, Hella Moritz und Karl-Heinz Wehner (von links).

Nach den z. T. zu langen Stellungnahmen einzelner Diskussionsteilnehmer, drehte sich die anschließende Diskussion mehr oder weniger im Kreise, obwohl der Moderator immer wieder versuchte, die Diskussion zu straffen und auf zielführende Aussagen drängte. Schließlich diskutierten auch die Teilnehmer im Saal recht lebhaft mit. Am Ende dieser Diskussion muss ehrlicherweise gesagt werden, dass man einer Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Heimattreffen nicht näher gekommen war. Trotzdem war es den Versuch wert.

2010 - Während der Podiumsdiskussion in der gut gefüllten Kommisse.

Zum Abschluss des offiziellen Teils wurden dann noch gemeinsam ein paar heimatliche Lieder gesungen, die wieder Karl-Heinz Wehner anstimmte. In seinem Schlusswort bedankte sich der Vorsitzende des Arbeitskreises bei allen, die zum Gelingen des Heimattreffens beigetragen hatten und mit der 3. Strophe der Nationalhymne endete die Feierstunde in der Kommisse.

2010 - Das Team vom Hotel Kronprinz sorgt für das gute Mittagessen.

Das von dem Team des Hotel Kronprinz vorbereitete Mittagessen versöhnte für Manches und der gesamte Nachmittag ließ dann Raum und Zeit für viele Gespräche und den Austausch von Erinnerungen. Fotoalben mit Reisen in die Heimat wurden stolz herumgezeigt ebenso wie die Fotos der Enkelkinder. Gegen Abend endete das Heimattreffen mit der Gewissheit, dass es ein nächstes Treffen 2012 geben wird.

2010 - Zeit für anregende Gespräche.

 

38. Landeshuter Kreisheimattreffen am 25. und 26. August 2012

2012 - Die Festplakette zum 38. Landeshuter Kreisheimattreffen.

Zum diesjährigen Landeshuter Kreisheimattreffen trafen sich wieder rund 100 Heimatfreunde aus der Stadt und dem ehemaligen Kreis Landeshut in der Kommisse in der Patenstadt Wolfenbüttel. Damit waren fast ebenso viele Besucher erschienen wie zwei Jahre zuvor. Doch es zeigte sich, dass auch dieses Mal am Sonnabend nur ein paar Gäste angereist waren.

2012 - Wolfgang Kraus, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut, spricht am Landeshuter Ehrenmal die Worte zum Totengedenken.

So fanden sich am Nachmittag am Ehrenmal am Landeshuter Platz zur Krankniederlegung mit dem Totengedenken nur knapp 20 Teilnehmer ein. Unter ihnen begrüßte Wolfgang Kraus, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut den Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel Thomas Pink und den Landrat des Kreises Wolfenbüttel Jörg Röhmann.

2012 - Gedenkfeier zum Totengedenken am Landeshuter Platz. Wolfgang Kraus, Vorsitzender des Arbeitskreises Landeshut, Landrat Jörg Röhmann und Bürgermeister Thomas Pink (von rechts).

Anschließend traf sich ein kleiner Teilnehmerkreis im Hotel Kronprinz zu einem gemütlichen Beisammensein.

2012 - Landespfarrer i. R. Dr. Hans-Ulrich Minke.

Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St.-Petrus-Kirche, an dem ca. 30 Heimatfreunde teilnahmen. Die Predigt hielt Landespfarrer i. R. Dr. Hans-Ulrich Minke. Die Liturgie lag in den Händen von Dipl.-Theol. Dirk Metzig und Stadtmissionsdirektor i. R. Diakon Karl-Heinz Wehner. In seiner Predigt zum Text aus Jeremia 29,1.4-7 ging Dr. Minke besonders ein auf den Zusammenhang zwischen den Zwangsumsiedlungen der Israeliten durch den König Nebukadnezar und dem Schicksal der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigte dabei eine Reihe von Parallelen auf.

2012 - Hella Moritz nimmt die Besucher in der Kommisse in Empfang.

2012 - Der Eintrag in die Teilnehmerliste.

2012 - Dirk Metzig stimmt das Riesengebirgslied an.

Anschließend begann die Feierstunde in der Kommisse, die sich dann erfreulicherweise recht gut mit Heimatfreunden aus allen Teilen des früheren Kreises Landeshut füllte. Dirk Metzig stimmte das Riesengebirgslied an, das aus vollen Kehlen mitgesungen wurde. In seiner kurzen Begrüßungsansprache erinnerte der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus daran, dass in den 50er und 60er Jahren mehrere Tausend Landeshuter an den Heimatreffen teilgenommen hatten. In seinem Grußwort machte Landrat Jörg Röhmann darauf aufmerksam, wie groß die Aufbauleistung der Landeshuter, die es nach dem Zweiten Weltkrieg nach Wolfenbüttel verschlagen hatte, am Wiederaufbau der Stadt und des Kreises Wolfenbüttel gewesen ist. Katrin Rühland, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Wolfenbüttel erinnerte in ihrem Grußwort an das schwere Leid der Heimatvertriebenen. Sie stellte aber auch fest: „Die Polen stehen uns heute so nah wie nie zuvor in der Geschichte”. Nach dem Grußwort des Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen in Wolfenbüttel Georg Hattwig, endete der offizielle Teil des Kreisheimattreffens.

2012 - Wolfgang Kraus, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut gegrüßt die Besucher.

2012 - Landrat Jörg Röhmann, stellvertretende Bürgermeisterin Katrin Rühland, Georg Hattwig, BdV und der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus (von links).

An den Tischen herrschte dann ein reger Gedankenaustausch und die Teilnehmer genossen es, wieder einmal sich mit ehemaligen Klassenkameraden oder Nachbarkindern über die alte schlesische Heimat auszutauschen. Vieles, was schon vergessen schien, wurde wieder an die Oberfläche befördert.

2012 - Ein Blick in die Kommisse, die sich allmählich gefüllt hat.

2012 - Reges Treiben am Büfett.

2012 - Ernst Steudel hat sich für die Laberwurscht entschieden.

Für das leibliche Wohl sorgte wieder in bewährter Weise das Team des Hotels Kronprinz. Wer Hunger hatte, holte sich etwas „Schlesisches“, zum Beispiel Blutt- und Laberwurscht, Knoblichwurscht, Woampakitte, also Kartoffelbrei und Sauerkraut oder schlesischen Kartoffelsalat. Später gab es dann Kaffee und Kuchen, natürlich schlesischen Mohnkuchen. Gegen 17.30 Uhr löste sich die Veranstaltung allmählich auf. Man sah überall nur fröhliche Gesichter.

39. Landeshuter Kreisheimattreffen am 14. September 2014

2014 - Die Festplakette zum 39. Landeshuter Kreisheimattreffen.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Landeshuter Kreisheimattreffen wurde die Veranstaltung erstmals nur am Sonntag durchgeführt. Es hatte sich gezeigt, dass am vorangehenden Sonnabend praktisch keine Gäste mehr anreisten. Auch verzichteten wir auf einen Gottesdienst, denn die Teilnehmerzahlen erwiesen sich in den vergangenen Jahren zunehmend als zu gering.

2014 - Am Vorabend des Heimattreffens in froher Runde im Hotel Kronprinz. Andrzej Jasinski, Stadtrat in Kamienna Góra; Pfarrer Wolfgang Gottstein; Ursula und Ekkehart Haacke; Ralph Oertel und Frau; Andrzej Mankiewicz, Stadtratsvorsitzender in Kamienna Góra (halb verdeckt); Friedrich und Hella Tegeler; Dirk Metzig und Wolfgang Kraus (von rechts).

Am Vorabend des Heimattreffens traf sich aber trotzdem eine kleine Vorbereitungsgruppe in froher Runde im Hotel Kronprinz. Dabei konnte der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut Wolfgang Kraus Gäste aus Landeshut/Kamienna Góra herzlich begrüßen. Zu unserem Treffen waren der Vorsitzende des Stadtrates Andrzej Mankiewicz und Stadtrat Andrzej Jasiński angereist. Außerdem waren Ralph Oertel und seine Frau unter unseren Gästen. Oertel stellte wie schon beim vergangenen Kreisheimattreffen Feder- und Kohlezeichnungen mit Landeshuter Ansichten aus.

2014 - Kranzniederlegung am Ehrenmal am Landeshuter Platz.

Begonnen hatte das 39. Kreisheimattreffen traditionell mit dem Totengedenken und den Kranzniederlegungen am Sonntag, dem 14. September um 9.30 Uhr am Landeshuter Platz in Wolfenbüttel. Daran nahmen etwa zwanzig Personen teil. Darunter waren neben den beiden polnischen Gästen Andrzej Mankiewicz und Andrzej Jasiński auch Bürgermeister Thomas Pink und für den Landkreis Wolfenbüttel der 1. Kreisrat Martin Hortig. Nach der Niederlegung der Kränze sprach Wolfgang Kraus, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut, die Worte zum Totengedenken.

2014 - Wolfgang Kraus, der Vorsitzende des Arbeitskreises Landeshut, spricht das Totengedenken am Landeshuter Ehrenmal.

2014 - Lic. theol. Dirk Carolus Metzig beginnt die Feierstunde in der Kommisse mit einer Andacht.

Kurz vor 11 Uhr trafen dann nach und nach die Heimatfreunde in der Kommisse ein. Um 11 Uhr begann die Feierstunde mit einer Andacht, die von Lic. theol. Dirk C. Metzig gestaltet wurde. Umrahmt wurde sie von den gemeinsam gesungenen Kirchenliedern „Tut mir auf die schöne Pforte“ und „Großer Gott, wir loben dich“. In seiner Andacht ging der Theologe auf den Bibeltext „Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Jeremia, 8. Kapitel) ein. Mit diesen Worten wollte Gott die Israeliten aufrichten, als sie nach ihrem Exil in Babylon zurück in die Heimat kamen und feststellen mussten, dass sich ihr ehemaliges Land verändert hatte. Sie fühlten sich fremd in der eigenen Heimat. Ähnlich sei es wohl auch den Schlesiern ergangen, als sie die alte Heimat verlassen und in der Fremde neu Fuß fassen mussten. So hat dieser Bibelausspruch bis heute seine Gültigkeit bewahrt.

Auch die Heimatfreunde, die zu der heutigen Feierstunde gekommen waren – immerhin fast 70  – sollten nicht betrübt sein, dass mit den Jahren ihre Zahl so stark geschrumpft ist. Ihre Nachkommen seien eben jetzt hier, in der neuen Heimat, verwurzelt.

Wer allerdings Schutz und Stärke hinter Mauern suche – seien diese sichtbar oder unsichtbar, z. B. in Form von Vorurteilen oder Feindbildern –, der irre, denn nur die Freude am Herrn biete dem Menschen wahren Schutz und eröffne neue Perspektiven im Leben. Die Gnade Gottes gehe über das Jetzt und Hier hinaus und verbinde alle Menschen: Deutsche wie Polen, Neu-Landeshuter wie Alt-Landeshuter. Hierfür sei heute Anlass, Gott zu danken, zu loben und zu preisen.

In seinem anschließenden Grußwort betonte Wolfgang Kraus, der Vorsitzender des Arbeitskreises Landeshut, dass die Zusammenarbeit mit dem Patenkreis und der Patenstadt Wolfenbüttel bis heute lebendig sei und auch ein Zeichen für die gelungene Integration der Vertriebenen im Braunschweiger Land. Und davon, dass Kamienna Góra, das frühere Landeshut, und Wolfenbüttel seit über zehn Jahren Partnerstädte sind, würden auch die Heimatvertriebenen in dieser Region profitieren.

2014 - Bürgermeister Thomas Pink im angeregten Gespräch mit Andrzej Mankiewicz und Andrzej Jasinski in der Kommisse.

Im Anschluss drückte Bürgermeister Thomas Pink seine besondere Freude aus, dass die beiden „Andrzej‘s“ aus Kamienna Góra – Stadtratsvorsitzender Andrzej Mankiewicz und Stadtrat Andrzej Jasiński – eigens zu diesem Treffen angereist sind. Mit beiden verbinde ihn eine enge Freundschaft. Gute Beziehungen mit dem Nachbarland Polen seien auf Grund der gegenwärtigen politischen Gegebenheiten von ganz besonderer Bedeutung.

Bürgermeister Pink betonte, welch große Leistungen die Vertriebenen im Wolfenbütteler Land beim Wiederaufbau nach dem letzten Krieg erbracht haben. Heimat sei nicht nur der Ort, wo man geboren ist oder lebt. Heimat schaffe auch Identität. Deshalb seien das Gefühl der Wehmut der Vertriebenen und der Wunsch, ihre kulturellen Wurzeln zu pflegen, absolut nachvollziehbar.

Mit dem Fall der Mauer vor 25 Jahren habe man angenommen, dass die Folgen der letzten Weltkriege beendet seien. Aber auch heute gibt es wieder furchtbare Kriege, die uns betroffen machen. Und es kommen erneut viele Flüchtlinge in unsere Stadt. Auch diese Menschen hätten es verdient, bei uns auf eine Willkommenskultur zu treffen, auf Offenheit und Verständnis.

2014 - 1. Kreisrat Martin Hortig.

Für den Landkreis Wolfenbüttel sprach der 1. Kreisrat Martin Hortig. Auch er dankte allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern schlesischer Herkunft für den Anteil am Wiederaufbau nach dem Krieg. Er wies auf die bewegte Geschichte des Landkreises Landeshut hin, und wie entscheidend sie von den Vorfahren der heute bei uns lebenden Landeshuter geprägt worden sei. Dies gelte es in Erinnerung zu bewahren, gleichzeitig sei aber auch den Blick nach vorne zu werfen.

Hieran knüpfte der Stadtratsvorsitzende Andrzej Mankiewicz an und beteuerte, dass in Kamienna Góra die deutsche Vergangenheit nicht vergessen werde, auch wenn man sich auf neue Ziele für die Zukunft konzentriere. Viele Neu-Wolfenbütteler hielten den Kontakt mit der Heimat aufrecht. Zur Erinnerungskultur trüge auch bei, dass die „Landeshuter Heimatstube“ aus Wolfenbüttel nun wieder in seiner Stadt zu sehen sei. Es sei außerdem geplant, dort in Kürze auch ein Denkmal zu Ehren von Carl Gotthard Langhans zu enthüllen.

2014 - Andrzej Mankiewicz, Stadtratsvorsitzender in Kamienna Góra, bei seinen Grußworten.

Auch der letzte Redner, Georg Hattwig vom Bund der Vertriebenen in Wolfenbüttel, betonte noch einmal, wie wichtig es sei, die Erinnerung wachzuhalten, auch wenn die Jahre vergehen. Er bemühe sich vor allem um gemeinsame Unternehmungen der Braunschweiger und Wolfenbütteler Vertriebenen. Und er schloss mit den Worten: „Sei stolz darauf, dass du ein Schlesier bist“.

2014 - Das Postamt von Landeshut, Federzeichnung von Ralph Oertel.

Im Anschluss dankte Wolfgang Kraus allen Rednern und auch dem Künstler Ralph Oertel, der während des Heimattreffens seine „Landeshuter Ansichten“ – Feder- und Kohlezeichnungen – ausstellte. Ganz besonders dankte Kraus aber auch Nael El Nahawi und dem Verlag Roco-Druck GmbH, der zusammen mit dem Arbeitskreis Landeshut die Veröffentlichungen herausgibt. Soeben ist Band 7 der Schriftenreihe des Arbeitskreises erschienen. Den „Schlesischen Gebirgsbote“ gibt es nun schon im 66. Jahr. Bis 2015 sei seine Herausgabe gesichert. Danach müsse man weitersehen. Dies hänge auch von der Zahl der Abonnenten ab.

Zum Schluss stimmten alle aus vollem Herzen des „Riesengebirglers Heimatlied“ an und  Ekkehart Haacke aus Neuwied am Rhein ergriff danach noch einmal das Wort, um auch Wolfgang Kraus zu danken für die Vorbereitung dieses Heimattreffen. Mit dem gemeinsamen Singen des „Riesengebirgsliedes“ klang der offizielle Teil des Heimatreffens aus.

2014 - Der Tisch der Konradswaldauer.

Nun wurde es Zeit für das Mittagessen, das zum wiederholten Male von den Mitarbeitern des Hotels Kronprinz für uns vorbereitet worden war. Auch standen später Kaffee und schlesischer Mohn- und Streuselkuchen bereit. An den Tischen setzen dann die Gespräche mit den Spiel- und Klassenkameraden von einst ein und die anwesenden Heimatfreunde verbrachten gemeinsam einen Tag, an dem viele Erinnerungen an die alte Heimat wachgerufen wurden.

2014 - Anregende Gespräche der Heimatfreunde in der Kommisse.

2014 - Angeregte Gespräche der Heimatfreunde in der Kommisse.

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