Landeshuter Kreisheimattreffen

 

Zwischen 1950 und 2014 fanden in Wolfenbüttel 39 Landeshuter Kreisheimattreffen statt. In den ersten Jahrzehnten kamen oft mehrere Tausend frühere Bewohner der Stadt Landeshut und der umliegenden Orte des ehemaligen Kreises Landeshut in ihrer Patenstadt Wolfenbüttel zusammen, um sich mit Verwandten, Freunden, Schulkameraden, Arbeitskollegen und Nachbarn zu treffen. Man freute sich auf das Wiedersehen, tauschte sich über das gemeinsame Schicksal der Vertreibung aus und konnte auch berichten, wie man in der neuen Heimat inzwischen Fuß gefasst hatte. Doch viele konnten verständlicherweise den Verlust ihrer schlesischen Heimat nicht verwinden.

So waren die Kundgebungen auf dem Landeshuter Platz in Wolfenbüttel über die Jahrzehnte ein Spiegelbild der jeweiligen politischen Ausrichtungen und Strömungen. Versöhnung mit unseren polnischen Nachbarn und den heutigen Bewohnern der Region Landeshut entwickelte sich erst allmählich. In der Zeit des „Kalten Krieges“ konnte sich niemand vorstellen, dass wir heute jederzeit in wenigen Stunden gänzlich ohne Passkontrolle nach Landeshut, Waldenburg, Hirschberg oder Breslau fahren können.

Nach nun fast 70 Jahren nach dem Kriegsende sind die Landeshuter Kreisheimattreffen längst keine Großveranstaltungen mehr. Zwei Generationen früherer Bewohner aus Stadt und Kreis Landeshut fanden seither fern der schlesischen Heimat ihr Grab. Die Kinder und Jugendlichen von damals sind inzwischen im Greisenalter und die nachfolgenden, erst nach dem Kriege geborenen Generationen haben eine neue Heimat gefunden und somit kaum noch einen Bezug zur alten schlesischen Heimat ihrer Vorfahren. Das ist mehr als verständlich, aber eben auch sehr schade. Das deutsche Schlesien gehört der Vergangenheit an und damit wird es zukünftig so gut wie keine deutschen Schlesier mehr geben, nur noch Menschen mit schlesischen Wurzeln. Aber das ist schließlich auch etwas.

In den folgenden Kapiteln werden die 39 Landeshuter Kreisheimattreffen dargestellt. Die Informationen dazu stammen im Wesentlichen aus den alten Ausgaben des „Schlesischen Gebirgsboten“. Seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts liegen dem Arbeitskreis Landeshut auch private Aufzeichnungen, Fotos und Tondokumente von den Heimattreffen vor.

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